Vom Steno- zum Online-Kurs
Recherche: Johannes Pütz
Das Angebot der Volkshochschule veränderte und erweiterte sich seit der Gründung 1946 kontinuierlich, während einige thematischen Schwerpunkte weitgehend konstant blieben. So waren die Themen Sprache, Kunst, Gesundheit und fremde Länder in jedem Programm vertreten. Sprachkurse stellten in allen Programmen eines der größten Angebotsfelder dar.
Die Anfangszeit: Orientiert an klassischer Bildung

Die junge Volkshochschule Neustadt verstand ihre Aufgabe darin, die „vorhandenen Bildungslücken zu schließen“ damit die jüngere Generation in der Lage sei, „über ihre beruflichen Aufgaben hinweg im Geiste der Verständigung und objektiven Betrachtung zu den Problemen der heutigen Zeit Stellung zu nehmen“. (Die Rheinpfalz vom 29.6.1946)

Man orientierte sich an der klassischen Bildung und universitären Vorbildern: So gab es ein „Vorlesungsverzeichnis“, in dem die Vorlesungen der sechs „Fakultäten“ abgebildet waren. Hier fanden sich historische Themen und eine kunstgeschichtliche Abteilung, außerdem ein philosophisches Seminar und Vorlesungen zur Geschichte der Literatur. Auch damals wurde in „Semestern“ gearbeitet.
1950er Jahre: Schwerpunkt auf beruflicher Bildung
Ende der 50er Jahre mit dem Antritt Werner Hildebrandts als vhs-Leiter verlagerte sich der Schwerpunkt auf die berufsbezogene Ausbildung sowie Kursen mit Praxisbezug. So kamen Autoren zu Dichterlesungen in die vhs, es gab Kurse zur sinnvollen Freizeitgestaltung („Wir hören Schallplatten“) und einen Filmclub, der neben einem Spielfilmprogramm auch Kulturfilm-Abende und Film-Gespräche anbot.

Bereits im Sommersemester 1947 waren die Fakultäten in „Abteilungen“ umbenannt worden, von denen es zwölf an der Zahl gab. In den 50er Jahren wurde dann auch der Begriff „Vorlesungs-Verzeichnis“ fallengelassen, stattdessen gab es einen „Arbeitsplan“, in dem Lehrgänge für den Beruf (u.a. Steno, Buchführung, Deutsch und Englisch) und Arbeitsgemeinschaften zu den Themen Politik, Wirtschaft und Recht angeboten wurden. Die ersten Studienreisen erschlossen die große weite Welt, in Lichtbildabenden konnte man neue Eindrücke auch ohne Reise erleben.

Ab 1980: Antwort auf gesellschaftliche Veränderungen

In den 80er Jahren antwortete die Volkshochschule Neustadt auf die gesellschaftlichen Veränderungen mit neuen Kursen: Dazu zählte der verstärkte Zustrom von Menschen aus dem Ausland ebenso wie der Wunsch vieler Frauen, ins Berufsleben zurückzukehren. Neue Medien und die fortschreitende Computertechnik fanden ebenso Niederschlag in der Programmgestaltung wie die hohe Arbeitslosigkeit. Dabei wuchs das Angebot auch zahlenmäßig.
