Bildungsangebote für Frauen
Recherche und Text: Greta Buchinger
Bildung für Frauen war lange nicht selbstverständlich. Deswegen bietet der Zusammenhang zwischen den Ereignissen und Errungenschaften der Frauenbewegung und den Bildungsangeboten für Frauen eine spannende geschichtliche Perspektive.

So durfte in den 1950er Jahre eine verheiratete Frau zwar ein Konto eröffnen und den Führerschein erwerben, aber nur mit Zustimmung des Ehemannes einer bezahlten Arbeit nachgehen („sofern der Haushalt nicht vernachlässigt wird“.) 1957 standen deshalb sechs neue Arbeitsgemeinschaften für Haus- und berufstätige Frauen im vhs-Programm. Neben Infos zu Büromaschinen und Büroarbeit ging es um Tipps für die „gepflegte Frau“, es gab einen Nähkurs, einen Ratgeber für die Gestaltung der Wohnung und einen Kurs für die „kleinen und großen Sorgen der Hausfrau“. Berufsbildung für Frauen gab es vor allem in Form von Sekretärinnenlehrgängen mit Maschine- und Stenokursen. Unter der Rubrik “Für Frauen und Mädchen” findet man im Arbeitsplan des Jahres 1959 Kosmetik, Gymnastik- und Nähkurse.
Noch in den 70er Jahren waren Sekretariatskurse und einen Arbeitskreis zum Thema „Die Frau als Gastgeberin“ im Programm. Mit dem Fortschreiten der Frauenbewegung in den 80er Jahren wurden jedoch zunehmend gesundheitliche und emanzipatorische Themen wichtig, und spezifische Angebote für Frauen hielten Einzug in das vhs-Programm. So findet man im Programmheft vom Herbst 1990 das erste Selbstbehauptungstraining für Frauen, außerdem wurden reine Frauen-Deutschkurse mit Kinderbetreuung angeboten. 1994 startete die Beratungsstelle „Frau und Beruf“: Frauen, die in den Beruf zurückkehren wollten, fanden hier Beratung und Unterstützung.